Parkinson Selbsthilfe Landesverband Niederösterreich

Willkommen bei der Parkinson Selbsthilfe Niederösterreich

Der Parkinson Selbsthilfe Landesverband Niederösterreich wurde im Jahr 1993 von Herrn Ing. Franz Svoboda und Hermann Washüttl gegründet. Seit damals – und das sind mittlerweile bereits 26 Jahre – hat sich einiges getan und die Selbsthilfe ist stetig gewachsen. Es gab bisher zehn Gruppen in neun Städten Niederösterreichs sowie fünf Präsident_innen.

Die genaue Zahl der Betroffenen liegt österreichweit zwischen 25.000 und 30.000 – rund 2.000 sind Mitglieder in Parkinson Selbsthilfe Gruppen. Während viele Betroffene gar nicht wissen, dass es solch Gruppen gibt, meiden einige auch bewusst eine Mitgliedschaft. Die Gründe für Letzteres sind vielfältig:

• viele Betroffene tun sich schwer damit ihre Diagnose anzuerkennen und neigen dazu sie zu verdrängen
• andere möchten nicht aus erster Hand erfahren, wie es ihnen in einer späteren Phase der Erkrankung gehen werden wird
• einige wollen sich nicht mit der Krankheit befassen und glauben dadurch den Morbus Parkinson „aufhalten“ zu können
• manche möchten nicht, dass ihre Umgebung erfährt, dass sie krank sind
• andere wollen nichts mit „den Alten und Gebrechlichen“ zu tun haben
• und, und, und …

Oft sind Betroffene zunächst irritiert, wenn der/die Partner_in vorschlägt solch eine Gruppe zu besuchen. Einigen fühlen sich auch verraten, wenn die Partnerin (meist handelt es sich dabei um Frauen) selbst in eine Selbsthilfe-Gruppe gehen möchte. Für viele Betroffene ist die „Sache mit der Selbsthilfe“ ein sensibles und heikles Thema – und die Diskussion endet nicht selten mit der Bemerkung: „Was habe ich davon“?

Und ja, wirklich, was haben Sie davon?

Eine Mitgliedschaft in den Arbeitsgruppen der Parkinson Selbsthilfe Landesverband Niederösterreich kann folgendes für Sie tun.

Sie bietet:

Gesprächsgruppen für Betroffene und Angehörige. Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass nicht ausschließlich über Morbus Parkinson gesprochen wird, sondern dass die Treffen vor allem auch zur Begegnung und zum Austausch dienen.

Vorträge von verschiedenen Expertinnen, bei denen man zahlreiche hilfreiche Informationen über alle Aspekte von Morbus Parkinson erhalten kann. Das ist eine wichtige Voraussetzung für ein besseres Verständnis der Krankheit und folgend einer besseren Lebensgestaltung. Viele Informationen, die im Internet zu finden sind, sind nicht vertrauenswürdig oder gar irreführend.

Gratis–Informationsbroschüren, die über die Erkrankung und zu Einzelthemen informieren.

Gymnastik! Einige Gruppen organisieren auch Gymnastik Einheiten, die bei Morbus Parkinson äußerst wichtig ist.

gesellige Zusammenkünfte, wo man neue Leute trifft, die mit der Zeit zu Freunden werden können. Freunde stehen einem zur Seite – auch wenn es einem schlecht geht!

Unser Ziel ist es möglichst viele Parkinson Betroffene und deren Angehörige in Niederösterreich zu erreichen und ihnen Unterstützung anzubieten. Es ist uns zudem ein Anliegen, dass die Öffentlichkeit, die Medien sowie viele Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich über die Krankheit besser Bescheid wissen. Das hilft nicht nur Ihnen, sondern auch zukünftigen Betroffenen.

Nicht selten gibt es wegen der Symptome bei Parkinson Vorurteile: So passiert es, dass der Tremor/das Zittern mit den Folgen von Alkoholkonsum verwechselt wird und manche Betroffene regelrecht beschimpft werden, wenn sie etwa an der Kassa länger brauchen, um Geld aus dem Portmonee zu nehmen. An dieser Stelle möchten wir auf ein tolles Video des deutschen Vereins JuPa (Junge Parkinsonkranke) RLP Süd hinweisen:

Werden Sie daher Mitglied in einer unserer Arbeitsgruppen  und stärken Sie dadurch unsere Arbeit in Niederösterreich! Besuchen Sie eine unserer Arbeitsgruppen und überzeugen Sie sich selbst!

Helmut Markovits
Obmann

Lamija Muzurović
Obmann/Frau Stellvertreter

Was ist Morbus Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Gemeinsam mit Demenzerkrankungen (vor allem Morbus Alzheimer) und Schlaganfall – zählt sie zu den drei wichtigsten neurologischen Krankheiten des höheren Alters. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung, beträgt sie 1-2 pro Tausend Einwohner. In den kommenden Jahrzehnten ist mit einem weiteren Anstieg der Krankheit zu rechnen.

Die Pathologen zählen die Parkinson-Krankheit zu den systemischen degenerativen Hirnerkrankungen, weil spezifische Gruppen oder Systeme von Nervenzellen das Ziel eines krankhaften Prozesses zu sein scheinen. Grund für diese chronische Erkrankung des Zentralnervensystems, die zumeist um das 60. Lebensjahr herum auftritt, ist ein Mangel wichtiger Überträgerstoffe (Neurotransmitter) des Gehirns. Die genaue Ursache dafür ist nicht bekannt.

Das extra-pyramidal motorische System liegt dem Namen nach außerhalb der Pyramidenbahn. Während man mit der Pyramidenbahn komplexe neue Bewegungen erlernt und hoch spezialisierte feine Bewegungen durchführt, ist das extra-pyramidale System der „Servomechanismus“ der Bewegungen. Deshalb verlieren Parkinson-Betroffene auch ihre individuelle Motorik und haben Probleme mit wiederholten (repetitiven) Bewegungen wie Fingertapping, gehen, Zähne putzen. Das System liegt tief im Gehirn, in einer sehr alten Region und verwendet vor allem Dopamin und seine Gegenspieler Acetylcholin und Noradrenalin als Neurotransmitter.

Die Zellkörper vieler dopaminerger Neurone liegen in einem kleinen Kerngebiet des Hirnstamms, den man wegen seiner dunklen Pigmentierung (mit Melanin) als Substantia nigra bezeichnet. Eine Bahn führt von dort zum Corpus striatum (Streifenkörper), einer Hirnregion, die für den flüssigen Ablauf von Bewegungen verantwortlich ist. Bei der Parkinson-Krankheit degeneriert diese „nigrostriatale“ Verbindung. Das in der Substantia nigra gebildete Dopamin wandert über diese Fasern in den Streifenkörper, um dort als chemischer Bote zu wirken, der Signale an die Nervenzellen des Corpus striatum überträgt. Wenn die Zellen der Substantia nigra beschädigt sind, oder aus irgendeinem Grund kein Dopamin bilden oder speichern können, kommt es zu einem Dopaminmangel im Streifenkörper. Ist der Mangel hinreichend ausgeprägt, treten allmählich Symptome des Morbus Parkinson auf.

In Österreich leben rund 25.000 bis 35.000, die von Morbus Parkinson betroffen sind.

Eine Übersicht über die Krankheit von Prim. Dr. Dieter Volc, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Privatklinik Confraternität, Wien. Der überarbeitete Text wurde ursprünglich in der Broschüre „Diagnose Parkinson! Was jetzt? – Ratgeber für Betroffene und Angehörige“ der Parkinson Selbsthilfe Wien veröffentlicht“.

Wer ist James Parkinson? (1755-1824)

Der Londoner Arzt Dr. James Parkinson wurde am 11. April 1755 geboren. 264 Jahre später wird sein Geburtstag als Welt Parkinson Tag gefeiert. Doch weshalb eigentlich? James Parkinson war ein vielfach interessierter und politisch hoch-engagierter Mensch, doch sein Nachname ist aus anderen Gründen in die Geschichte eingegangen. Heute ist James Parkinson vor allem für die Medizin und die Parkinson Betroffene und Angehörige von großer Bedeutung. Doch beginnen wir am Anfang seiner Geschichte:

Dr. James Parkinson studierte von 1776 bis 1784 Medizin am London Hospital Medical College und begann bereits während seines Studiums in der Ordination seines Vaters, John Parkinson, Apotheker und Chirurg, zu arbeiten. Nach dessen Tod übernahm er die Ordination. Im Jahr 1887 wurde er Mitglied der Londoner Medical Society.

Parkinson publizierte Zeit seines Lebens viele Schriften, darunter auch anti-royalistische Pamphlete, von besonderer Bedeutung sind aber vor allem seine Schriften aus dem medizinischen Bereich. In der Zeit zwischen 1799 und 1800 veröffentlichte er nicht weniger als fünf umfangreiche medizinische Werke, in denen er sich unter anderem mit den Fragen der Hygiene, Ernährung, Chemie, der Unfallgefahr für Kinder sowie der medizinischen Ausbildung beschäftigt. Gemeinsam mit seinem Sohn John verfasste er 1812 den ersten englischen Bericht über die Appendizitis (Entzündung des Wurmfortsatzes) als Todesursache.

Am bekanntesten und wohl bedeutsamsten ist aber bis heute sein Werk „An Essay of the shaking palsy“ („Eine Abhandlung über die Schüttellähmung“), das im Jahr 1782 veröffentlicht wurde.

In dieser Abhandlung beschreibt er erstmals die Symptome der – heute nach ihm benannten – Parkinson-Erkrankung. Dr. James Parkinson hatte während seiner Spaziergänge immer wieder Menschen beobachtet, die ihm durch vielfältige Symptome auffielen. Er schildert die Symptome wie folgt:

Unwillkürliche Zitterbewegungen bei verminderter Muskelkraft in Körperteilen, die keine Tätigkeit ausüben, selbst wenn sie unterstützt werden. Dazu der Drang, den Rumpf vorzubeugen und vom Gehen in den Laufschritt überzuwechseln. Dabei sind die Sinne und der Verstand unversehrt.

Bald fasste er treffsicher die wichtigsten Symptome der Erkrankung zusammen und grenzte seine Beobachtungen von anderen Krankheiten ab.

Obwohl für ihn weiterhin offen stand, wo die Ursache der Krankheit verhaftet lag, gab es für ihn keine Zweifel, dass es sich um eine degenerative Gehirnerkrankung handelte und nicht um Probleme der Muskulatur. Aufgrund eines der beobachteten Symptome – dem Ruhetremor – nannte James Parkinson die Krankheit Schüttellähmung (Paralysis Agitans).

Auch heute sind James Parkinsons Ausführungen aus dem Jahr 1782 medizinischer Standard. Der französische Psychiater Jean-Marie Charcot war der erste, der von der „Parkinson‘schen Erkrankung“ gesprochen haben soll. Die Krankheit wird heutzutage die Parkinson-Krankheit, der Morbus Parkinson bzw. Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) genannt.

Am 29. Dezember 1824 wurde Dr. James Parkinson auf dem Friedhof der St.-Leonard’s-Kirche im Londoner Stadtteil Shoreditch begraben. Noch heute ist eine Tafel mit seinem Namen am Friedhof angebracht.

Die rote Tulpe

Im Jahr 1993 wurde in England eine rote Tulpe nach Dr. James Parkinson benannt. Die European Parkinson’s Disease Association (EPDA), zu Deutsch die Europäische Parkinson-Vereinigung, hat die Tulpe als ihr offizielles Symbol verwendet und zahlreiche Selbsthilfevereine sind dieser Tradition mittlerweile gefolgt. Auch in Österreich ist die rote Tulpe das „Markenzeichen“ der Parkinson Selbsthilfe.

Symptome

Die Krankheitszeichen setzen meist schleichend ein, da die Abnahme des Dopamingehaltes ein Prozess ist, der Jahre oder Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Der Untergang der Gehirnzellen beginnt etwa zehn Jahre bevor die ersten Symptome auftreten. Verschiedene Symptome können erste Anzeichen einer beginnenden Parkinson Erkrankung sein.

Vorboten der Krankheit
Charakteristische Vorboten, wie eine gewisse Verlangsamung der Bewegungen und eine beginnende Steifigkeit in den Gliedmaßen, werden fälschlicher Weise oft dem Alter zugeschrieben. Persönlichkeitsveränderungen wie zunehmende Ängstlichkeit, Abnahme der geistigen Flexibilität, Veränderungen des Schriftbildes oder des Gesichtsausdrucks sind dann in der Folge zu beobachten. Uncharakteristische Anzeichen sind zum Beispiel allgemeines Leistungsdefizit, Lust- und Interesselosigkeit, depressive Verstimmungen oder rheumaähnliche Muskelschmerzen.

Kardinalsymptome
Tremor (=unkontrollierbares Zittern), Rigor (=dauerhafte Anspannung verschiedener Muskelpartien) und Akinese (=Bewegungshemmung) sind die quälenden Hauptsymptome von Morbus Parkinson.

Tremor
Mit dem Begriff „Tremor“ wird das für den Parkinsonkranken typische unkontrollierbare Ruhe-Zittern bezeichnet. Der Patient kann den Tremor nicht willentlich beeinflussen. Meistens ist der Tremor auch das erste auffällige Anzeichen dieser Krankheit. Einfache Tätigkeiten wie Essen, Trinken oder sich ankleiden werden zu fast unbewältigbaren Aufgaben. Anfangs sind Hände, Arme und Beine davon betroffen – meist nur auf einer Körperseite. Treten die Symptome von Anfang an beidseitig auf, ist die Diagnose eines Morbus Parkinson anzuzweifeln.

In allen Stadien der Krankheit kann zum klassischen Ruhetremor (mit 5-6 Hz Schlägen pro Sekunde) auch ein höher frequenter Haltetremor kommen, meist als re-emerging Tremor. Das bedeutet, dass das Ruhezittern nach der Aufforderung die Arme vorzustrecken (Positionsversuch) für 3-5 Sekunden verschwindet und dann allmählich stärker werdend im Positionsversuch wiederkehrt. Ein Kopftremor ist hingegen für Morbus Parkinson ganz untypisch.

Rigor
Unter „Rigor“ versteht man eine dauernde Anspannung verschiedener Muskelpartien und die daraus resultierende Steifigkeit. Der Patient kann Bewegungen nur gegen den Widerstand seiner Muskeln ausführen. Diese Verspannungen oder Verkrampfungen können die aktive Beweglichkeit der Gelenke hemmen und vermitteln dem Patienten das Gefühl, wie in einem Gipsverband fixiert zu sein.

Diese Rigidität beginnt häufig im Schulter-Armbereich und wird deshalb von den Patienten oft als Rheuma fehlinterpretiert. Im Lauf der Jahre gehen viele der Morbus Parkinson-Patienten durch die Dauerspannung der Beugemuskeln des Rumpfes vornüber gebeugt (=Kamptokormie) oder in seitwärts geneigter Haltung (=Pisa-Syndrom).

Akinese
Mit dem Begriff „Akinese“ wird die Unfähigkeit bezeichnet Bewegungen auszuführen. Am Anfang tritt nur eine Verlangsamung (=Bradykinese) auf. Darunter versteht man insbesondere eine Verlangsamung der wiederholten (repetitiven) Bewegungen, wie sie mit dem Fingertapping, Fußtapping oder Händedrehen untersucht werden. Typisch ist hier das Nachlassen der Frequenz oder Amplitude dieser wiederholten Bewegungen, was als Dekrement bezeichnet wird. Auch eine Verminderung der automatischen Bewegungen (=Hypokinese) tritt auf. Der Patient braucht zum Beispiel eine lange Anlaufzeit um aus dem Sitzen aufzustehen, oder den ersten Schritt zu machen. Bald ändern sich auch Körperhaltung und Gang. So sind eine vornüber gebeugte Gehweise und eine Verkürzung der Schrittlänge typische Zeichen für eine beginnende Akinese. Es kommt auch zu einer Störung der Gleichgewichts- und Bewegungsreflexe, die das Gleichgewicht bei der passiven Auslenkung automatisch wiederherstellen. Betroffene entwickeln – wie schon beschrieben – häufig eine nach vorn übergebeugte Körperhaltung, wobei sich der Kopf besonders weit nach vorne neigt. So kommt es oft zu charakteristischen Stürzen: Dabei beginnt der Betroffene, in kleinen Schritten (=Festination) seinem Schwerpunkt hinterher zu laufen (=Propulsion). Er neigt sich immer weiter nach vorne bis er stürzt.

Während der Patient geht, kann es vorkommen, dass der Bewegungsablauf plötzlich blockiert ist. Man bezeichnet das als „Freezing Effekt“, denn der Kranke scheint plötzlich wie „eingefroren“ und kann erst nach Sekunden oder Minuten weitergehen bzw. die begonnene Bewegung weiterführen. Starke Gefühlsregungen können diese Bewegungsunfähigkeit unterbrechen. Es kommt auch vor, dass Betroffene dann sehr kurze Zeit sogar wieder laufen können.

Es ergibt sich somit das für den idiopathischen Morbus Parkinson das Diagnoseschema:

  • Hypo-/Bradykinese (welche unbedingt vorhanden sein muss)

in Kombination mit

  • Ruhetremor und/oder Rigor

Hinweisend gilt noch das halbseitige Auftreten und das prompte Ansprechen auf Levodopa.

Zur Abgrenzung von anderen Erkrankungen – mit ähnlichen Symptomen – ist unbedingt eine MRT (Magnetresonanztomographie, Kernspintomographie) des Gehirnes notwendig, auch wenn man in dieser Untersuchung Morbus Parkinson nicht erkennen kann.

Weitere Symptome
Die Kommunikationsfähigkeit wird bei vollständig erhaltenen geistigen Fähigkeiten auf vielen Ebenen (Sprache, Schrift, Gestik) eingeschränkt – ein quälender Umstand für die Betroffenen.

Die Bewegungshemmung kann auch die Sprache und Mimik des Patienten beeinflussen. So bereitet es Schwierigkeiten Worte richtig zu artikulieren. Das Sprechen wird monoton, leise und stimmlos. Das Gesicht verliert seinen Ausdruck und die Mimik wird nicht mehr der jeweiligen Stimmung angepasst. Das Gesicht wirkt maskenhaft.

Dazu kommt eine Vielzahl vegetativer Störungen wie Hitzewallungen, vermehrter Speichel- Schweißfluss, Harndrang, (chronische) Verstopfung, etc.

Durch die Fehlregulation der Überträgerstoffe (Dopamin, Serotonin) kommt es auch zu psychischen Störungen, wie Depressionen, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit, was oft zur totalen Vereinsamung der Betroffenen führt.

Eine Übersicht über die Krankheit von Prim. Dr. Dieter Volc, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Privatklinik Confraternität, Wien. Der überarbeitete Text wurde ursprünglich in der Broschüre „Diagnose Parkinson! Was jetzt? – Ratgeber für Betroffene und Angehörige“ der Parkinson Selbsthilfe Wien  veröffentlicht.

Behandlungsmethoden

Zusätzlich zu der medikamentösen Behandlung gibt es eine Reihe von Therapieformen, die sich auf die unterschiedlichen Beschwerden positiv auswirken.

Die klassischen Therapieformen, die mit der e-card nach ärztlicher Überweisung in Anspruch genommen werden können:

  • Massage – verbessert die Beweglichkeit, mindert Schmerzen
  • Physiotherapie – verbessert die Beweglichkeit
  • Logopädie – verbessert Stimmvolumen und Aussprache und hilft bei Schluckproblemen
  • Physikalische Medizin – arbeitet mit Reizstrom, meist in Verbindung mit anderen Therapieformen wie Massage und Physiotherapie
  • Psychotherapie – hilft, in Einzel- oder Paartherapie, bei der Bewältigung von Lebensproblemen

Darüber hinaus gibt es zahlreiche komplementäre (=ergänzende) Therapieformen, die aber alle selbst bezahlt werden müssen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass diese Therapien zum Teil sehr teuer werden können. Daher empfiehlt es sich, zuerst mit anderen Betroffen darüber zu sprechen und deren Erfahrungen einzuholen. Denn es gibt vermutlich nichts, was von anderen bereits nicht ausprobiert wurde.

Um nur einige zu nennen:

  • Aquagymnastik
  • Autogenes Training
  • Ayurveda
  • Cranio Sacral Therapie = manuelle Behandlung im Bereich der Halswirbelsäule
  • Feldenkrais = gewohnte Bewegungsmuster durch neu erlernte ersetzen
  • Hippotherapie = Therapie mit Pferden
  • Hyponotherapie = Hypnose, Selbsthypnose
  • Ismakogie = Körperhaltungs-und Bewegungstherapie
  • Kneipp Kuren = Wasseranwendungen
  • Maltherapie
  • Musiktherapie
  • Phytotherapie = Pflanzenmedizin
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  • Qi-Gong
  • Reiki
  • Tai Chi
  • Tanztherapie
  • Trommeln
  • Yoga

Man muss einfach selbst ausprobieren und entscheiden, was einem gut tut und Entspannung bringt. Das Wichtige ist, dass die gewählte Therapieform eine sanfte, schonende Methode ist. Wunder sind bei keiner der genannten Therapieformen zu erwarten! Deshalb muss hervorgehoben werden: Morbus Parkinson ist leider noch nicht heilbar.

Technische  Hilfsmittel  in Form von Mikroelektronik

 Ständig drängen neuen elektronische Geräte und Apps auf den heimischen Markt und einige davon sind durchaus dafür geeignet, das Leben von Betroffenen zu erleichtern. Diese Überlegung wurde von Primarius Dr. Dieter Volc angestellt und lautet im Original:

„Die Zeit der Pharmakotherapie neigt sich ihrem Ende zu, große Neuerungen sind in den letzten Jahren nicht gekommen und auch nicht in Vorbereitung. Der allgemeine Trend zeigt, dass die Zukunft in der Mikroelektronik liegt.

Insbesondere die AI (artificial intelligence, also künstliche Intelligenz) wird ab jetzt – und nicht erst in Zukunft – das Leben vieler Menschen bedeutend verändern, darunter natürlich auch Parkinson Betroffene.

Schon jetzt stehen uns hilfreiche technische Geräte zur „Lebenserleichterung“ zur Verfügung, wie etwa zum Messen verschiedener Parameter und zur Erinnerung an Termine und Medikamenteneinnahme. Spielekonsolen geben zudem einer Trainingstherapie oder physikalischen Behandlung einen „spielerischen“ Charakter. Smarte, kleine Roboter beantworten schon heute Fragen, machen Licht oder drehen Heizung an oder aus, und erledigen kleine Aufträge. Es ist an der Zeit diese Hilfsmittel exzessiv zu nützen.“

Der Text stammt aus der Broschüre „Diagnose Parkinson! Was jetzt?“ der Parkinson Selbsthilfe Wien. Die Broschüre kann unter 01/982 68 21 oder 0681/814 25 312 sowie info@parkinson-selbsthilfe.at bestellt werden.

Unsere Geschichte

1992

Ing. Franz Svoboda und Herr Hermann Washüttl gründen eine Parkinson Selbsthilfegruppe in Zelking bei Melk. Karl Kummer und Helene Kummer rufen in Gänserndorf eine Parkinson Selbsthilfegruppe ins Leben. Prim. Dr. Ulf Baumhackl regt seinen Patienten Johann Eckl an, eine Parkinson Selbsthilfegruppe in St. Pölten zu gründen. Herr Hermann Washüttl ruft die Arbeitsgruppe St. Leonard am Forst (die spätere Arbeitsgruppe Amstetten) ins Leben.

1993

Am 26.03.1993 wurden die Statuten des Parkinson Selbsthilfe Landesverbandes Niederösterreich von der Vereinsbehörde genehmigt.
Am 03.10.1993 findet die Wahl des Vorstandes sowie der Beiräte des Landesverbandes statt.

Obmann und PräsidentIng. Franz Svoboda
1. VizepräsidentHermann Washüttl
2. VizepräsidentHofrat Mag. Alois Lindorfer
SchriftführerinJohanna Wachsenegger
stellv. SchriftführerinRosa Schuller
KassierStefan Hager
stellv. KassierFranz Fischer

Zu Beiräten des Landesverbandes wurden Prim. Dr. Ulf Baumhackl, OA Dr. Sonja Födermayr, OA Dr. Heide Papst, OA Dr. Franz Memelauer, Bernd Kornherr, Erna Panzenböck und Helene Kummer ernannt.

1994

Am 12.04.1994 wurde eine Anzeige des Vereinsvorstands bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten eingebracht.

1996

Gründung der Parkinson Selbsthilfegruppe Horn

1997

Gründung der Parkinson Selbsthilfegruppe Wiener Neustadt

1998

Gründung der Parkinson Selbsthilfegruppe Gmünd

1999

Gründung der Parkinson Selbsthilfegruppe Baden

Präsident_innen des Parkinson Selbsthilfe Landesverband Niederösterreich seit der Gründung im Jahr 1993:

JahrName
1993-1996Ing. Franz Svoboda
1996-2004Hermann Washüttl
2004-2008Ing. Gerhard Thalhammmer
2008-2011Grete Berndorfer
2011-laufendHelmut Markovits

Aktuelles

20 Jahre AG Wiener Neustadt

20 Jahre AG Wiener Neustadt, Jubileum am 12. Februar 2020 bitte in Vormerk nehmen, Details